Egal, ob ein Welpe oder ein erwachsener Hund einzieht: Ein Hund gehört für viele Menschen zu den schönsten Veränderungen im Leben. Man macht sich Gedanken, freut sich, erstellt eine lange Einkaufsliste und möchte natürlich von Anfang an alles richtig machen.
Aber bevor das Hundebett bestellt und der Napf ausgesucht wird, gibt es einige wichtige Fragen, die man sich stellen sollte.
Ich habe hier zusammengefasst, was vor der Anschaffung eines Hundes wichtig ist, welche Kosten auf euch zukommen können und worüber ihr euch Gedanken machen solltet, bevor ein Hund bei euch einzieht.
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Was sollte man vor der Anschaffung eines Hundes beachten?
Ein Hund muss regelmäßig raus – bei Schnee, Regen und auch bei 40 Grad im Schatten. Und das gilt natürlich auch dann, wenn man im fünften Stock wohnt und der Aufzug plötzlich ausfällt. 😉
Seid ihr krank, arbeitet viel oder seid aus anderen Gründen zeitweise nicht in der Lage, mit dem Hund spazieren zu gehen, solltet ihr euch vorher Gedanken über eine zuverlässige Betreuung machen.
Denn eines sollte man sich bewusst machen: Ein Hund richtet seinen Alltag nicht nach unseren Bedürfnissen.
Auch ein Welpe kann nicht einfach warten, bis es zeitlich besser passt. Gerade in den ersten Monaten braucht er viel Zeit, Aufmerksamkeit, Erziehung und regelmäßige Möglichkeiten, sich zu lösen.
Welche Kosten kommen auf einen Hundebesitzer zu?
Ein Hund kostet Geld – und manchmal sogar ziemlich viel Geld.
Schon für die Grundausstattung eines Hundes sollte man mehrere hundert Euro einplanen. Dazu gehören beispielsweise:
- Halsband oder Geschirr
- Leine
- Hundebett
- Transportmöglichkeit
- Futternäpfe
- Spielzeug
- Pflegeutensilien
- Futter
- eventuell eine Hundebox
Dazu kommen die Anschaffungskosten für den Hund selbst. Diese können je nach Herkunft, Rasse und Zuchtstätte sehr unterschiedlich ausfallen.
Ich habe euch hier eine Liste, aller Dinge die ich euch für die Erstausstattung eures Welpen empfehlen kann, zusammen gestellt.
Hier kommt ihr zur Empfehlungsliste
Auch die laufenden Kosten sollte man nicht unterschätzen. Dazu gehören unter anderem:
- Futter
- Hundesteuer
- Tierarztkosten
- Impfungen und Vorsorge
- Parasitenprophylaxe
- Hundeschule oder Hundesport
- eventuell Betreuungskosten
- Hundehaftpflichtversicherung
Wie hoch die tatsächlichen Kosten sind, hängt stark vom Hund und euren eigenen Ansprüchen ab. Gerade Tierarztkosten können schnell mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Euro betragen.
Eine Hundehaftpflichtversicherung halte ich deshalb für sehr sinnvoll. Zusätzlich kann man über eine OP-Versicherung oder eine Krankenversicherung für den Hund nachdenken. Wer im Notfall nicht problemlos mehrere tausend Euro für eine notwendige Behandlung aufbringen kann, sollte sich zumindest mit diesem Thema beschäftigen.
Sichere Autoboxen für den Hund
Dieser Punkt ist mir persönlich besonders wichtig.
Eine geeignete und stabil befestigte Transportlösung kann im Falle eines Unfalls einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Hundes leisten. Ein Hund sollte nicht ungesichert im Auto sitzen und bei einer starken Bremsung oder einem Unfall durch den Innenraum geschleudert werden können.
Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem vom Fahrzeug und der Größe des Hundes ab. Bei einer Transportbox sollte deshalb nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf Stabilität, passende Größe und eine sichere Befestigung geachtet werden.
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Passt der Hund in euren Alltag?
Nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch muss einiges bedacht werden.
Passt der Hund in euer Auto?
Wenn ihr regelmäßig mit dem Hund Auto fahren möchtet, sollte bereits vor der Anschaffung geklärt werden, wie er transportiert werden soll.
Passt eine geeignete Transportbox in den Kofferraum? Oder soll der Hund auf der Rückbank mitfahren? Welche Lösung ist für eure Größe, euer Auto und euren Hund geeignet?
Eine sichere und korrekt befestigte Transportmöglichkeit sollte dabei nicht erst nach dem Einzug des Hundes zum Thema werden.
Ist bei euch zu Hause genug Platz?
Ein Hund braucht keinen riesigen Garten. Viel wichtiger ist, dass er einen geeigneten Rückzugsort bekommt, an dem er in Ruhe schlafen und entspannen kann.
Überlegt euch deshalb vorher:
- Wo soll das Hundebett stehen?
- Braucht ihr zusätzlich eine Hundebox?
- Wo werden Futter und Zubehör aufbewahrt?
- Gibt es einen ruhigen Rückzugsort?
- Gibt es Bereiche, die für den Hund zunächst tabu sein sollen?
Gerade bei einem Welpen sollte man außerdem daran denken, dass kleine Zähne und eine Menge Neugier eine interessante Kombination sind. Kabel, Pflanzen, Kleinteile und andere gefährliche Gegenstände sollten entsprechend gesichert werden.
Wie lange muss der Hund alleine bleiben?
Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt.
Wenn ihr arbeitet oder regelmäßig Termine habt, solltet ihr ehrlich überprüfen, wie viel Zeit der Hund tatsächlich alleine verbringen müsste.
Manchmal merkt man im Alltag gar nicht, wie schnell mehrere Stunden zusammenkommen. Aus „Ich bin nur kurz weg“ werden plötzlich acht oder zehn Stunden.
Ein Hund sollte nicht einfach angeschafft werden mit dem Gedanken: „Das Alleinebleiben wird er schon lernen.“
Alleinebleiben muss in der Regel langsam und passend zum jeweiligen Hund aufgebaut werden. Besonders ein Welpe kann anfangs nicht einfach mehrere Stunden alleine zu Hause bleiben.
Überlegt deshalb vorher, welche Betreuungslösungen möglich sind.
Was ist mit Urlaub und Reisen?
Könnt ihr euren Hund mit in den Urlaub nehmen?
Wer gerne und regelmäßig verreist, sollte sich diese Frage bereits vor der Anschaffung stellen.
Nicht jede Reise lässt sich problemlos mit Hund organisieren. Flugreisen können kompliziert sein, während Camping-, Wander- oder Ferienhausurlaube für viele Hunde deutlich einfacher umzusetzen sind.
Natürlich ist auch ein Urlaub ohne Hund möglich. Dann sollte aber zuverlässig geklärt sein, wer sich während dieser Zeit um ihn kümmert.
Welche Hunderasse passt zu mir?
Die Frage „Welche Rasse soll es werden?“ ist natürlich besonders spannend.
Aber bevor ihr euch in eine bestimmte Rasse verliebt, solltet ihr euch fragen:
Passt dieser Hund tatsächlich zu meinem Leben?
Informiert euch außerdem darüber, ob für die gewünschte Rasse in eurem Bundesland besondere Regelungen oder Auflagen gelten.
Auch Größe, Charakter, Energielevel und rassetypische Bedürfnisse spielen eine wichtige Rolle.
Ich weiß, wie beliebt beispielsweise Border Collies oder Vizslas sind. Aber gerade bei Arbeits- und Jagdhunden sollte man sich ehrlich fragen, ob man ihren Bedürfnissen gerecht werden kann.
Ein Hund mit ausgeprägtem Hüte-, Jagd- oder Arbeitsverhalten wird möglicherweise nicht glücklich damit, den größten Teil seines Tages auf der Couch zu verbringen.
Das kann für den Hund und für den Besitzer gleichermaßen frustrierend werden.
Genauso kann es aber auch passieren, dass man Erwartungen an einen Hund hat, die die jeweilige Rasse gar nicht erfüllen kann.
Nicht jeder Hund ist arbeits- und laufbegeistert – und das ist völlig in Ordnung.
Der passende Hund ist nicht unbedingt der, der einem optisch am besten gefällt, sondern der, dessen Bedürfnisse zum eigenen Leben passen.
Wie viel Dreck und Haare sind okay?
Wer großen Wert auf Sauberkeit legt, sollte sich ebenfalls Gedanken darüber machen.
Die meisten Hunde bringen irgendwann Sand, Dreck und nasse Pfoten mit ins Haus. Und viele haaren – manche davon ziemlich ordentlich. 😄
Hunde, die wenig oder gar nicht haaren, benötigen dafür häufig regelmäßige Fellpflege und je nach Felltyp auch Besuche beim Hundefriseur.
Perfekte Sauberkeit und ein Hund lassen sich deshalb manchmal nur schwer miteinander vereinbaren.
Ist die Hundehaltung in der Wohnung erlaubt?
Wenn ihr zur Miete wohnt, solltet ihr unbedingt vorher klären, ob und unter welchen Bedingungen die Hundehaltung erlaubt ist.
Je nach Mietverhältnis und Wohnsituation können unterschiedliche Regelungen gelten.
Wenn eine Zustimmung des Vermieters erforderlich ist, würde ich mir diese schriftlich geben lassen.
Auch mögliche Einschränkungen hinsichtlich Größe oder Anzahl der Tiere sollten vorher geklärt werden.
Kann der Hund mit zur Arbeit?
Ich persönlich finde es großartig, wenn ein Hund die Möglichkeit hat, seinen Menschen mit zur Arbeit zu begleiten.
Natürlich muss ein Hund nicht 24 Stunden am Tag bei uns sein. Er sollte auch lernen können, alleine zu bleiben und zur Ruhe zu kommen.
Aber bevor ein Hund regelmäßig acht Stunden alleine zu Hause verbringt, kann es eine tolle Möglichkeit sein, wenn er seinen Menschen zumindest zeitweise zur Arbeit begleiten darf.
Wo soll der Hund herkommen?
Wenn die grundlegenden Fragen geklärt sind, kommt eine der wichtigsten Entscheidungen:
Tierheim, Tierschutz oder Züchter?
Eine pauschale Antwort darauf gibt es meiner Meinung nach nicht. Wichtig ist, dass die Herkunft des Hundes zu euren Möglichkeiten und Erwartungen passt.
Hund aus dem Tierheim oder Tierschutz
Wenn ihr einem Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause geben möchtet, ist das etwas Wunderschönes.
Aber auch hier sollte man sich vorher möglichst genau über die Vorgeschichte und das Verhalten des Hundes informieren.
Hat der Hund Ängste? Gibt es Situationen, die ihm Schwierigkeiten bereiten? Kann er alleine bleiben? Wie verhält er sich gegenüber Menschen, Hunden, Kindern oder im Straßenverkehr?
Solche Fragen sind wichtig, damit ihr realistisch einschätzen könnt, was auf euch zukommt.
Ein Hund mit Angstproblemen braucht unter Umständen professionelles Training und viel Geduld. Liebe und Zuneigung allein lösen nicht automatisch jedes Verhaltensproblem.
Deshalb sollte man bestimmte Eigenschaften oder Schwierigkeiten nicht einfach mit „Das schaffen wir schon“ abtun.
Auslandstierschutz
Auch bei einem Hund aus dem Ausland sollte man sich vorher sehr genau informieren.
Wie gut kennt die vermittelnde Organisation den Hund tatsächlich? Gibt es eine Pflegestelle vor Ort? Wie wird der Hund beschrieben und was passiert, wenn er sich im neuen Zuhause völlig anders verhält als erwartet?
Gerade bei Hunden mit unbekannter Vorgeschichte können sich nach dem Einzug Herausforderungen zeigen, mit denen die zukünftigen Besitzer nicht gerechnet haben.
Deshalb sollte vor der Adoption geklärt sein, welche Unterstützung die Organisation bietet und was passiert, wenn eine Vermittlung nicht funktioniert.
Ein Hund, der lange auf der Straße gelebt hat, kann beispielsweise gelernt haben, Menschen auszuweichen oder Autos als Gefahr wahrzunehmen. Der Wechsel in eine Familie, möglicherweise mitten in einer belebten Stadt, kann für ihn eine enorme Umstellung bedeuten.
Das bedeutet nicht, dass solche Hunde nicht in Familien leben können. Es bedeutet lediglich, dass man ihre Vergangenheit und ihre Bedürfnisse ernst nehmen sollte.
Les dazu gerne auch meinen Artikel Auslandstierschutz – Teil 1
Meine 3 Must-haves für jeden Welpen
Was braucht ein Welpe wirklich? Ich stelle dir meine drei wichtigsten Must-haves vor, die für einen entspannten und guten Start nicht fehlen sollten.
Screenshot Platz 1
Ein fester, gemütlicher Rückzugsort ist für Welpen besonders wichtig. Hier kann dein kleiner Vierbeiner schlafen, entspannen und ganz in Ruhe die vielen neuen Eindrücke verarbeiten.
Screenshot Platz 2
Welpen müssen kauen – besonders beim Zahnen. Ein natürlicher Kauartikel aus Olivenholz bietet eine langlebige Beschäftigung und hilft dabei, das Kaubedürfnis sinnvoll zu befriedigen.
Screenshot Platz 3
Futter- und Wassernapf gehören zur Grundausstattung. Ein schönes Set aus Holz und Napf verbindet Funktionalität mit einem natürlichen Look und macht den Futterplatz gleich viel gemütlicher.
Hund vom Züchter
Je nachdem, welche Erwartungen ihr an euren zukünftigen Hund habt, kann auch ein seriöser Züchter die richtige Wahl sein.
Für mich persönlich ist ein seriöser Züchter die erste Wahl, weil ich sehr konkrete Vorstellungen davon habe, welche Eigenschaften mein zukünftiger Hund mitbringen soll. Er muss zu meinem Leben und auch zu meiner Arbeit passen.
Deshalb ist es mir wichtig, dass der Züchter seine Hunde sehr gut kennt und Wert auf Gesundheit, Charakter und eine gute Entwicklung der Welpen legt.
Bei einem Züchter sollte man deshalb nicht nur fragen:
„Wie süß sind die Welpen?“
Sondern vor allem:
- Wie werden die Elterntiere gehalten?
- Welche gesundheitlichen Untersuchungen wurden durchgeführt?
- Wie werden die Welpen auf ihr späteres Leben vorbereitet?
- Welche Erfahrungen sammeln die Welpen in den ersten Wochen?
- Wie wachsen sie auf?
- Wie geht der Züchter mit unterschiedlichen Charakteren um?
- Welche Unterstützung gibt es nach der Abgabe?
Bei Verbandszuchten gibt es je nach Verband und Rasse bestimmte Vorgaben und Zuchtanforderungen. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich über die entsprechenden Zuchtstandards und Gesundheitsuntersuchungen der jeweiligen Rasse zu informieren.
Ein guter Züchter sollte euch außerdem kennenlernen wollen und nicht einfach den Welpen an denjenigen verkaufen, der zuerst das Geld überweist.
Er sollte seine Welpen kennen und ihre unterschiedlichen Charaktere einschätzen können.
Und mit „Die Welpen kennen Staubsauger und Kinder“ meine ich natürlich nicht, dass damit die komplette Vorbereitung auf das Leben erledigt ist. 😉
Welpen sollten altersgerecht möglichst viele positive Erfahrungen sammeln und dabei lernen, mit unterschiedlichen Umweltreizen umzugehen.
Ein Hund sollte zu eurem Leben passen
Die wichtigste Frage vor der Anschaffung eines Hundes lautet für mich deshalb nicht:
„Welchen Hund möchte ich?“
Sondern:
„Welcher Hund passt zu meinem Leben – und kann ich diesem Hund das Leben bieten, das er braucht?“
Wenn ihr diese Frage ehrlich beantwortet, habt ihr schon einen wichtigen Schritt gemacht.
Ein Hund ist keine spontane Anschaffung und auch kein Accessoire, das sich problemlos an unseren Alltag anpasst. Er begleitet uns im besten Fall viele Jahre.
Deshalb lohnt es sich, vor dem Einzug lieber einmal zu viel nachzudenken als einmal zu wenig.
Wenn ihr all diese Punkte für euch geklärt habt, kann es richtig losgehen. ❤️
Im zweiten Teil geht es darum, was ein Welpe an Erstausstattung wirklich benötigt und worauf ihr in den ersten Tagen im neuen Zuhause achten solltet.
Ein Welpe zieht ein – Anschaffungen und erste Tage
Falls ihr spezielle Fragen habt oder euch etwas in diesem Artikel fehlt, schreib mir gerne.
Hund aus dem Tierheim
Wenn ihr euch einen Hund aus einem Tierheim oder von einer anderen Familie holen möchtet belest euch vorher über was ihr euch Gedanken machen solltet. Hunde mit einer Vorgeschichte können viel Zeit und Geduld in Anspruch nehmen.











